Montag, 18. Januar 1010
aktualisiert um 11:58 Uhr von der Online-Redaktion
Im Sommer 2008 wurden erste Beschwerden an die Verwaltung herangetragen, dass die derzeitige Breitbandversorgung der Ortsteile Holzbüttgen und Vorst (jetzt auch Broicherseite) nicht ausreichend sei. Die Verwaltung führt seitdem intensive Gespräche mit der Telekom und anderen Telekommunikationsunternehmen, um Lösungen für schnelle Internetverbindungen in den Ortsteilen zu finden.
Das Problem: Die Bandbreite der derzeitigen DSL-Anschlüsse reicht von 384 kBit bis 16 Mbit . Die Reichweitenprobleme sind durch physikalische Randbedingungen begründet. Von einem Netzknoten aus kann ein Bereich von ca. 2,5 km mit DSL 6000 und ein Bereich bis 4,5 km mit DSL light (unter 1 Mbit) versorgt werden. Darüber hinaus ist eine Versorgung nicht mehr ausreichend möglich. Dies führt dazu, dass beispielsweise in Vorst rund 62 % der Anschlüsse mit unter 1 Mbit versorgt sind und im Ortsteil Holzbüttgen derzeit nur Bandbreiten zwischen 1 Mbit und 3 Mbit möglich sind (heutiger Standard: 6 Mbit bis 16 Mbit).
Nun zeichnet sich eine Lösung ab, die wie folgt aussieht:
Die Telekom AG hat nach zahlreichen Gesprächen mit der Verwaltung die eigene Technikabteilung beauftragt, zwecks Reduzierung der Kosten der Tiefbauarbeiten zu prüfen, in welchen Gemeindestraßen Leerrohre liegen. Diese Prüfungen haben relativ lange gedauert, sind nun aber soweit abgeschlossen. Die Telekom hat erfreulicherweise Leerrohre auf neuen möglichen Trassen gefunden (Vorst würde dann beispielsweise über den HVT in Kaarst angebunden). Damit würden sich laut Telekom die Deckungslücken inklusive der Tiefbauarbeiten für Holzbüttgen auf 63.000,- Euro und für Vorst auf 35.000,- Euro reduzieren.
Eine Teilnahme an Online-Umfrage bei www.breitband-kaarst.de ist wichtig.
Diese Deckungslücke könnte noch weiter reduziert werden, wenn den ITK-Unternehmen die Daten aus der Online-Umfrage der Breitbandinitiative Kaarst –mit Zustimmung der Teilnehmer- zur Verfügung gestellt würden. Bei der Online-Umfrage der Breitbandinitiative Kaarst haben bislang rund 400 Teilnehmer ihr Interesse an einem schnelleren DSL-Anschluß bekundet. Wirtschaftsförderer Dieter Güsgen ruft die Internetnutzer, insbesondere die betroffenen Unternehmen auf, sich an der Umfrage bei www.breitband-kaarst.de zu beteiligen: „Bei rund 5.200 vorhandenen Haushalten und über 1.000 Unternehmen in Vorst und Holzbüttgen ist das Potential bei weitem nicht ausgeschöpft. Je mehr Personen sich an der Umfrage beteiligen, desto höher ist die Wertigkeit des Potentials, das wir in die Verhandlungen mit einbringen können.“
Weitere Kostenreduzierungen wären durch Kooperationen mit anderen Versorgern, die ihrerseits neue Leitungstrassen planen, denkbar.
Der HWFA der Stadt Kaarst hat darüber hinaus in seiner Sitzung am 17.12.2009 beschlossen, etwa 30.000,-Euro aus dem Konjunkturpaket II zur Problembeseitigung zu reservieren.
Zur Versorgung der Ortsteile Holzbüttgen, Vorst und Broicherseite mit schnellem DSL hat die Stadt Kaarst nunmehr ein nichtförmliches Interessenbekundungsverfahren eingeleitet. Das Verfahren dient der Feststellung, ob unter den Marktteilnehmern bzw.Telekommunikations-unternehmen Interesse besteht, in den Ortsteilen Holzbüttgen, Vorst und Broicherseite Breitbandanschlüsse zum Internet mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 6000 kBit/s Download anzubieten. Das Angebot soll den privaten Haushalten, Gewerbetrieben, Freiberuflich Tätigen und sonstigen Institutionen zur Verfügung stehen. Interessierte Anbieter können sich im Kaarster Rathaus beim Bereich Wirtschaftsförderung und Liegenschaften melden.
Nach Ende des Interessenbekundungsverfahrens (Fristende: 31.01.2010) wird sich die Verwaltung mit möglichen Bietern zu weiteren Verhandlungen treffen, um zeitnahe Lösungen zu erarbeiten und ggfs. einen Kooperationsvertrag abzuschließen, damit spätestens Ende des Jahres 2010 alle Kaarster Haushalte über schnelles Internet verfügen können.
Weitere Informationen:
Bereich Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Dieter Güsgen, Telefon 02131 987419