Ausstellung „Portable Portland" in der Galerie Splettstößer

Montag, 18. Januar 1010

aktualisiert um 11:55 Uhr von der Online-Redaktion

Vom 31. Januar bis 13. März, wird in der Galerie Splettstößer die Ausstellung „Portable Portland - 16 KünstlerInnen tragen eine Insel fort“ gezeigt.

Es handelt sich bei diesem  Projekt um eine Gemeinschaftsausstellung,  an der 16 britische und deutsche Künstler teilnehmen werden, die in den vergangenen Jahren in zwei nebeneinanderliegenden Atelierhäusern auf der Halbinsel Portland an der südenglischen Ärmelkanalküste gearbeitet haben.

Die ursprünglich als Bootsreparatur bzw. Totenhaus genutzten Gebäude wurden von der aus Kaarst stammenden Künstlerin Suse Wiegand und ihrer in London lebenden Freundin und Kollegin Judith Frost restauriert. Englische und deutsche Künstler haben seitdem – meist über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten – dort gearbeitet und ihre Eindrücke von den außergewöhnlichen örtlichen Gegebenheiten künstlerisch umgesetzt.

Portland liegt an der 2001 zum Unesco Welterbe erklärten Jurassic Coast, was die Geologie der Insel prägt. Die beiden Atelierhäuser liegen nur wenige Meter entfernt vom Meer, an dem  berühmten Chesil Beach, der sich in einem 30 km langen Bogen von Portland zum Festland in Burton Bradstock schwingt, und dessen Kieselsteine aus bislang nicht geklärter Ursache von Süden nach Norden gleichmäßig der Größe nach geordnet sind.

Die ca. 20km² große Halbinsel Portland ist zerschnitten von z.T. noch genutzten Kalksteinbrüchen, aus deren Stein nach dem großen Brand ein wesentlicher Teil der Gebäude Londons neu errichtet worden ist. Portland hat vier größere Dörfer, dazu Weideland, Steilküsten, ehemalige Militäranlagen und zerfallene Gleisanlagen. In einem Krater auf der höchsten Erhebung der Peninsula verbirgt sich das Gefängnis The Verne , dessen Eingang, ein Tunnel in der Kraterwand, schon von weitem zu sehen ist. Nördlich der Verbindungsbrücke zum Festland liegt der Badeort Weymouth, der mit der Halbinsel das riesige Hafenbecken Portland Harbour einschließt, das derzeit zum Ausgangspunkt der Segelwettbewerbe der Olympic Games and Paralympics London 2012 ausgebaut wird.

Nachdem Suse Wiegand und Judith Frost die beiden Häuser größtenteils in Eigenarbeit wieder hergerichtet hatten, waren hier eine Vielzahl von Bildenden Künstlern, Fotografen, Filmemachern und Literaten zu Gast, von denen die Ausstellung Portable Portland – 16 KünstlerInnen tragen eine Insel fort eine Auswahl unterschiedlichster Positionen zeigt.

Häufige Motive aller Künstler sind Meer, Boote und Hafen, der Kieselstrand, Strandgut, Insellandschaft und die beiden Atelierhäuser, so dass sich in der Ausstellung allgemein am Meer gemachte Erfahrungen und spezifisch „Portlandisches“ durchdringen.

Die Künstler haben Ihre Eindrücke in Fotografien und Film, in Zeichnungen, Malerei und Objekten, aber auch in Textfragmenten und Tagebuchnotizen festgehalten, ohne dass die Kunstwerke jemals rein dokumentarisch-abbildhaften Charakter aufweisen. Judith Frost, die einen großen Teil des Jahres auf der Insel verbringt, arbeitet mit dem „Staub“ der Insel, schafft daraus imaginäre Landschaften, sogenannte „dustpieces“.

Die in Zusammenarbeit mit der Sparkassenstiftung Kaarst-Büttgen veranstaltete Ausstellung wird kuratiert von dem ebenfalls beteiligten Künstler Dieter Krüll, der die 16 künstlerischen Positionen in ein übergreifendes Gesamtkonzept stellt. Der Besucher wird sich in einer Art Kabinett befinden, indem es Vielfältiges zu entdecken gibt!

Die Ausstellung wird eröffnet am 31. Januar 2010 von 12 bis 17 Uhr. Der britische Generalkonsul Malcolm Scott, der Bürgermeister der Stadt Kaarst, Franz Josef Moormann und Dr. Volker Gärtner, Vorstandsmitglied der Sparkasse Neuss , werden Grußworte sprechen. Der Kurator Dieter Krüll wird in die Ausstellung einführen.

Zwei zusätzliche Abendveranstaltungen werden die Ausstellung ergänzen, am 7.2. um 17 Uhr ein Vortrag von Thomas Brandt und am 22.2. um 19 Uhr eine Lesung von Dieter Krüll.

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