Märchen und Zeitgeist in Kaarst

Überaus erfolgreich verlief die Vernissage, zu der der Kulturbereich der Stadt Kaarst am letzten Sonntag in die Städtische Galerie eingeladen hatte. In dem Motto „In Bewegung bleiben“ wurden 39 Arbeiten von der in Spanien geborenen Yolanda Encabo und dem Neusser Christoph Rehlinghaus gezeigt. Hörenswert auch das musikalische Rahmenprogramm mit Anna Katharina Lauer und Meike Kiefer am Klavier.

Geglückte Hängung

Die beiden 1961 geborenen KünstlerInnen korrelieren in der Maltechnik. Die Arbeiten sind mit Öl auf Leinwand oder auch mal auf Bruchholz gemalt. Unter allen anderen Aspekten sind zwei unterschiedliche Ausstellungen zu sehen, die sich mit viel Feingespür durch die Hängung zu einer Gesamtheit modellieren. Viele der über 100 Besucher der Eröffnungsveranstaltung äußerten sich dann auch positiv darüber, dass sich die Arbeiten sehr gut gegenseitig ergänzen.

Christoph Rehlinghaus

Beim Betreten des Saales der Galerie fällt der Blick auf großformatige Arbeiten von Christoph Rehlinghaus. Seit zwei Jahren ist er Mitglied der Kaarster Künstlergruppe SALIX e.V. und damit in Kaarst bereits etwas bekannter. Die von ihm diesmal gezeigten Bilder sind von seinem aus dem zeichnerischen stammenden Grundstil geprägt und mit den Mitteln altmeisterlicher Malweise modelliert. Das Spannungsfeld löst er in seiner Handschrift. Titel wie „Abrissbirne“, „Braeburnbrae“, oder „Spielzeugpferd“ und „Peterchens Mondfahrt“ deuten es bereits an. Sein künstlerischer Zugriff auf menschliches Empfinden changiert zwischen Wort-, Bildkomik, Rückgriff auf Mythologien und ist angereichert mit urkindlichen Symbolen und Attributen. Sein Thema ist das Individuum und sein subjektives Innere.

Yolanda Encabo

Die Malerin setzt das Subjekt in den gesellschaftlichen Kontext, skizziert damit individuelle Befindlichkeit und Gesellschaft. Sie zeigt häufig Personen aus der Vogelperspektive. Bevorzugte Schauplätze sind weite leergefegte Flächen moderner Tourismuseinrichtungen auf denen sich Menschen bewegen und verhalten.

Im Kontrast zu der Funktion der Schauplätze sind die häufig gesichtslos aber stets mund- und damit sprachlos dargestellten Personen in ihrer Vereinzelung dargestellt. Interaktionen oder Kommunikation finden sich nur in den seltenen Fällen des Zusammenhangs von Kind und Erwachsenem.

Die Gesichtslosigkeit ebenso der Orte des Geschehens dringt bis in die Malweise der Künstlerin. Farbnuancen, der Wandel von Licht zu Schattenzonen, sind fließend. Kein Pinselstrich sitzt separat akzentuierend in der Fläche.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist noch bis 11.Oktober in der Städtischen Galerie, Rathausplatz 23, 41564 Kaarst-Büttgen, zu sehen.

Mo-Mi      9-12 und 14-16, Do 9-12 und 14-18 Uhr.

Fr-Sa                9-12  und So  11-17 Uhr

Frage der Woche
Ist Kaarst ein interessanter Ort für Jugendliche?

a. Ja, besser könnte es der Jugend kaum gehen.
b. Nein, hier ist absolut nichts los! Für Jugendliche ist Kaarst total langweilig.

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